Ein Dorf mit vierzehn Stockwerken

Eva Demski führt ihre Leserschaft durch ein "Narrenhaus"; Rezension in der SZ vom 15.10.1997

Wortgewaltig schimpfen können sie, die Figuren der Eva Demski: "Ich entscheide ganz allein, wenn es genug ist, Sie lebensverdunkelnde Schlampe!" So verabschiedet sich der einbeinige Christian, Liebling aller, im ersten Satz des Narrenhauses von Sibylle Heisterkamp, der Hauswirtin und vormaligen Stasi-Schnüfflerin - und entschwindet in den Olymp dieser Wohnburg. Deren vierzehn Stockwerke behausen allerhand skurrile Typen. Auf den Mund gefallen ist keiner von ihnen. "Eine schlagfertige Antwort wollen Sie? Warten Sie eine halbe Stunde und Sie kriegen eine", soll Erich Kästner einmal gesagt haben, eine Not, die Demskis Kabinett nicht leiden muß. Im Narrenhaus hat jeder das letzte Wort und setzt noch eins drauf.

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