Mit Musik zu neuen Ufern

Ein Klassik-Workshop bereitet junge Flüchtlinge auf das Leben in der Fremde vor. Die Philharmoniker helfen dabei.

Begeistert ist er nicht gerade, Jahwed aus Afghanistan. Eigentlich ist die Schule um 13 Uhr aus - heute aber erst um 15 Uhr. Die Probe der Münchner Philharmoniker steht noch auf dem Programm, tags darauf ist das Konzert. Auf diesen Termin haben Jutta Slatemich, seit vielen Jahren im Bereich Jugendarbeit für das Orchester tätig, und die beiden Lehrer der städtischen Berufsschule am Bogenhausener Kirchplatz, abgekürzt Boki, ein paar Wochen lang hingearbeitet - mit einem Workshop, der die 17 jungen Männer aus aller Herren Länder an die klassische Musik heranführen sollte. Eine ganz neue Welt für Jungs, die sich für Fußball interessieren, eine Lehrstelle suchen, den Irokesenschnitt und Tattoos lieben. Am Anfang hielt sich die Zustimmung in Grenzen: "Andere kommen nicht, nur wir", hatte einer der Youngsters keck geäußert, morgens um dreiviertel acht. "Andere kriegen auch keinen Hauptschulabschluss", war die lakonische Antwort von Lehrerin Sabine Heckelmann. Von da an war Wisam aus dem Irak bei der Sache, passte auf, wusste alles.

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